Asterisk * Symbol Bedeutung: Von Fußnoten bis zur Zensur im Internet
By The Cool Symbol Team on 2026-09-13

Man sieht das Sternchen bzw. den Asterisk * überall: Am unteren Rand von Werbeanzeigen beim Kleingedruckten. In Chat-Nachrichten, um einen Tippfehler auszubessern. In Online-Foren, um ein Schimpfwort zu zensieren. Bei Sportrekorden, über die hitzig debattiert wird.
Doch dieser winzige Stern existiert bereits seit über 2.000 Jahren. Er wurde von einem antiken griechischen Gelehrten erfunden, der nach einer Methode suchte, fehlerhafte Verse in Homers Dichtungen am Rand zu kennzeichnen. Aus dieser einen Aufgabe entwickelte sich eines der anpassungsfähigsten Zeichen auf unserer Computertastatur.
Der Asterisk ist etwas ganz Besonderes, weil er je nach Kontext völlig verschiedene Funktionen übernimmt: Ein Fußnotenzeichen im Buch. Ein Zensurwerkzeug im Netz. Ein Formatierungsbefehl für fette Schrift im Chat. Ein Multiplikationszeichen im Programmcode. Immer derselbe kleine Stern.
In diesem Leitfaden erfahren Sie, woher der Asterisk stammt, was er in seinen vielen Einsatzbereichen bedeutet und wie ein 2.300 Jahre altes Korrekturzeichen dazu kam, Schimpfwörter im Internet zu verbergen. Verständliche Sprache, faszinierende Geschichte.
Woher der Asterisk stammt
Das Wort “Asterisk” geht auf das altgriechische Wort „asteriskos“ zurück, was wörtlich „Sternchen“ oder „kleiner Stern“ bedeutet. Wie der Wikipedia-Artikel über das Sternchen verdeutlicht, gehört der Asterisk zu den ältesten Satzzeichen, die heute noch regelmäßig verwendet werden — mit einer Geschichte von mehr als 2.300 Jahren.
Der erste namentlich überlieferte Anwender war Aristarchos von Samothrake, ein griechischer Bibliothekar und Philologe, der etwa von 220 bis 143 v. Chr. lebte. Er wirkte an der legendären Bibliothek von Alexandria, wo es seine Aufgabe war, die überlieferten Handschriften von Homers Epen (Ilias und Odyssee) kritisch zu sichten.
Aristarchos benötigte ein rasches Kennzeichen für Textstellen, an denen er Fehler vermutete oder Zeilen von späteren Schreibern eingeschoben worden waren. Also setzte er ein kleines sternförmiges Symbol an den Seitenrand. Das war der Ur-Asterisk.
Der Name trifft es exakt: ein kleiner Stern. Seine Form — ein zentraler Punkt, von dem Linien sternförmig nach außen laufen — ist seit über zwei Jahrtausenden im Wesentlichen unverändert geblieben. Fünf oder sechs Spitzen, dezent in der Größe und stets sternähnlich.
Die vielen Aufgaben des Sternchens
Was den Asterisk so bemerkenswert macht, ist die Vielfalt seiner Einsatzbereiche. Die meisten Satzzeichen haben genau einen Zweck. Das Sternchen beherrscht mindestens acht.
1. Fußnoten und Literaturhinweise
Das ist die traditionsreichste und klassische Anwendung. Ein hochgestelltes oder kleines * neben einem Begriff signalisiert, dass am Ende der Seite zusätzliche Erläuterungen warten. Es ist eine höfliche Geste für: „Hierzu gibt es noch wichtige Details, bitte unten nachlesen“.
Besonders häufig begegnet einem das in der Werbung. Ein Slogan wie „Kostenlose Lieferung*“ bedeutet, dass Bedingungen gelten — und das * verweist auf das Kleingedruckte.
2. Zensur von Wörtern
Diese Praxis begann im 18. Jahrhundert: Schriftsteller ersetzten Buchstaben in Flüchen oder beleidigenden Ausdrücken durch Sternchen, um den Text drucken zu können, ohne gegen Zensurgesetze zu verstoßen. Begriffe wie „d**n“ tauchten in britischen Büchern auf, wobei die Sternchen die heiklen Stellen verdeckten.
Heute gehört das zu den alltäglichsten Routinen im Netz. Nutzer schreiben Sch***e oder f**k in Kommentaren, um die Härte des Ausdrucks abzufedern oder automatische Filteralgorithmen zu umgehen. Die Sternchen sagen: „Jeder weiß, was gemeint ist“, ohne es explizit auszuschreiben.
3. Fettgedruckter Text in Chats
In vielen modernen Messaging-Apps macht das Einfassen eines Wortes in Sternchen den Text fett. Schreibt man beispielsweise *hallo* in Slack, WhatsApp oder Microsoft Teams, wird das Wort fett dargestellt. Dies beruht auf der Auszeichnungssprache Markdown, die heute Standard in fast allen digitalen Schreibwerkzeugen ist.
4. Tippfehler in Nachrichten korrigieren
Wer in einer Kurznachricht ein Wort falsch tippt, sendet häufig direkt danach eine kurze Berichtigung wie „*ihre“. Das vorangestellte Sternchen signalisiert dem Empfänger unmissverständlich, dass ein Versehen aus der vorherigen Nachricht korrigiert wird. Es ist ein weltweit etabliertes Schnellkürzel.
Weitere Aufgaben: Mathematik, Computer und Sport
5. Multiplikation in Mathe und Programmiersprachen
Auf dem Taschenrechner und in Programmiersprachen steht das Sternchen für „malnehmen“. Man tippt 3 * 5 statt 3 x 5. Dies wurde zum universellen Standard, weil das übliche x im Quellcode leicht mit einer Variablen verwechselt werden könnte.
6. Platzhalter (Wildcard) im Dateisystem
Bei der Suche nach Dateien fungiert das Sternchen als sogenannter Platzhalter (Wildcard) für beliebige Zeichenfolgen. Gibt man *.jpg ein, bedeutet das für das System: „Finde alle Dateien mit der Endung .jpg, völlig egal wie der Dateiname lautet“. Wie der Joker beim Kartenspiel vertritt das Sternchen jeden beliebigen Inhalt.
7. Umstrittene Rekorde im Sport
Erreicht ein Sportler einen Rekord, der von offizieller Seite oder in den Medien mit einem Sternchen versehen wird, signalisiert dies eine Einschränkung. Im Sprachgebrauch heißt es oft: „Dieser Rekord trägt ein Sternchen“ — er zählt zwar in der Statistik, kam aber unter Sonderbedingungen zustande (etwa einer verkürzten Saison, veränderten Regelwerken oder Dopingverdacht).
8. Die Stern-Taste auf dem Telefon
Auf dem Tastenfeld jedes Telefons befindet sich unten links die Taste mit dem Symbol *. Im Telekommunikationsbereich wird sie schlicht „Stern-Taste“ genannt. Sie dient zur Eingabe von Steuercodes, zum Navigieren in automatischen Telefonmenüs und zum Freischalten von Diensten. Der gleiche kleine Stern, hier im Dienst der Telekommunikation.
Acht Rollen, ein kleiner Stern
Hier sehen Sie alle acht Verwendungszwecke im Überblick.
Kaum ein anderes Schriftzeichen erfüllt derart viele verschiedene Aufgaben. Der kleine Stern findet kontinuierlich neue Verwendungszwecke.
Möchten Sie das Sternchen kopieren oder weitere nützliche Zeichen und Satzzeichen entdecken? Hier geht’s zur vollständigen Symbol-Sammlung →. Jedes Zeichen, von * bis •, Pfeile und mehr, sofort bereit zum Kopieren und Einfügen.
Wie man es richtig ausspricht
Eine kurze sprachliche Randnotiz: Viele Menschen verwechseln die Aussprache und sagen „Asterix“ (beeinflusst durch den berühmten Comic-Helden). Fachsprachlich heißt das Zeichen As-te-risk, mit dem S vor dem K. Im deutschen Alltag wird es meist einfach sympathisch „Sternchen“ genannt.
Was uns der Asterisk über Symbole verrät
Der Asterisk ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Zeichen durch das Aufgreifen neuer Rollen über die Jahrhunderte hinweg wächst. Es begann als Randnotiz eines griechischen Gelehrten. Wurde dann zur Fußnote im Buchdruck. Später zum Hilfsmittel gegen Zensur. Und schließlich zum Tastatur-Befehl in digitalen Chats.
Manche Zeichen erfüllen nur einen einzigen Zweck. Der Aufzählungspunkt markiert ausschließlich Listenelemente, und der geschwungene Pfeil zeigt nur eine Rückkehr oder Wiederholung an. Beide haben eine klar umrissene Aufgabe.
Der Asterisk ist anders. Er ähnelt eher dem Unendlichkeitszeichen, das in der Mathematik begann, aber später für Liebe und Ewigkeit stand. Beide Zeichen haben im Zuge des gesellschaftlichen Wandels immer wieder neue Bedeutungen hinzugewonnen.
Und genau wie beim lila Herz-Emoji, das je nach Gespräch ganz unterschiedliche Dinge bedeuten kann, hängt der Sinn des Asterisk vollständig vom Kontext ab. Im Buch ist es eine Fußnote. Im Chat ist es Fettschrift. Dasselbe Zeichen, völlig andere Wirkung.
3 häufige Irrtümer über das Sternchen
1. Dass es ausschließlich für Fußnoten da ist
Fußnoten sind die geschichtsträchtigste Verwendung, doch im modernen Alltag deckt der Asterisk mindestens acht grundverschiedene Rollen ab. Er ist eines der wandelbarsten Zeichen der Schriftgeschichte.
2. Dass es sich um eine neuzeitliche Erfindung handelt
Der Asterisk blickt auf über 2.300 Jahre Geschichte zurück. Er wurde bereits um 200 v. Chr. in der hellenistischen Antike ersonnen. Lediglich die Anwendungen in Programmiersprachen und Chatrooms sind modern.
3. Dass die Zensur mit Sternchen das Wort unkenntlich macht
In Wahrheit weiß jeder Leser sofort, welches Wort hinter Sch***e oder f**k steckt. Die Sternchen verdecken den Begriff nicht wirklich; sie dämpfen lediglich den optischen Anstoß, um Höflichkeitskonventionen zu wahren oder Spamfilter zu passieren. Das Gehirn ergänzt die Lücke im Bruchteil einer Sekunde.
Fazit
Der Asterisk * ist ein kleiner Stern mit einer beeindruckenden Arbeitsbiografie. Er erblickte vor mehr als 2.300 Jahren als Korrekturzeichen in den Manuskripten Homers das Licht der Welt. Seitdem wandelte er sich zum Fußnotenzeichen, Zensurinstrument, Fettschrift-Formatierer, Tippfehler-Korrektor, mathematischen Multiplikationsoperator, Suchplatzhalter, Sport-Vorbehalt und zur Stern-Taste auf Ihrem Smartphone.
Sein Name bedeutet auf Griechisch schlicht „kleiner Stern“. Seine Gestalt blieb über die Jahrtausende nahezu unverändert. Und doch findet er in jedem Zeitalter neue Aufgaben — von antiken Schriftrollen bis hin zu modernen Social-Media-Kommentaren.
Kein schlechter Werdegang für einen kleinen Stern, der einst nur Fehler in der Poesie Homers aufspüren sollte.
